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4 sofort umsetzbare Schritte um die Beherrschung nicht so schnell zu verlieren

Familienalltag - praktische Tipps

​​Die Zeit der Ausgangsbeschränkung belastet gerade viele Familien​. Diese Mutter schreibt:  "Ich verliere in letzter Zeit meine Beherrschung viel rascher als üblich und ich weiß, dass meine Kinder überhaupt nicht dran schuld sind. Ich will das nicht, aber Vieles bringt mich derzeit ganz schnell aus der Fassung."

​​In diesem ​Video spreche ich über 4 sofort umsetzbare Schritte, um die Beherrschung nicht so schnell zu verlieren.

​Lasst uns das an einem einfachen und wahrscheinlich sehr realistischen Beispiel für viele Familien ​bildlich darstellen.

​Gehen wir von der folgenden Situation aus: Du bist gerade dabei, dein eher nicht so motiviertes, vielleicht sogar schon nörgeliges Schulkind dazu zu bringen, sich auf einen Lernauftrag zu fokussieren. Du selbst bist vielleicht schon durch die Ereignisse tagsüber oder der Vortage nicht mehr die geduldigste Person oder hast Sorge, dass dein Kind die Lernaufträge nicht schafft, ​​bist unruhig, weil dein Kind sich absolut nicht konzentrieren kann?

Und vielleicht denkst du dir schon: „Hey, ich habe mich NICHT für Homeschooling entschieden! Hätte ich mir vorstellen können, mein Kind zu Hause zu unterrichten, dann hätte ich mein Kind ja nicht in die Schule geschickt“. Oder: „Warum soll ich jetzt Lehrer spielen und mich hier mit didaktischen Dingen herumplagen, von denen ich aber so absolut keine Ahnung habe!?“

Du merkst, dass dich diese Gedanken schön langsam immer weiter außer Kontrolle bringen werden und dass das nicht gut enden wird, wenn du dich noch weiter in solche Gedanken reinsteigerst. Daher wäre DAS JETZT dein Signal, um noch schnell mit den 4 Schritten reinzugrätschen:

​4 sofort umsetzbare Schritte, um die Beherrschung nicht so schnell zu verlieren

1. ​Schritt: Aufhören, alles fallen und liegenlassen und Atmen

  • Hör sofort auf mit dem was du eben gerade tust: nämlich mit deinem Kind zu kommunizieren
  • Hör auf, dein Kind zum Lernen zu bewegen, zum Lernen zu motivieren oder soll ich sagen, zum Lernen zu zwingen?
  • Nimm einfach ein paar wirklich tiefe Atemzüge - das hält dich auch davon ab, irgendwas "Dummes" zu sagen 😉
  • Es hält dich auch davon ab, auf die Gedanken, die du da eben mit voller Emotion abgespult hast zu reagieren.

2. ​​Schritt: Hol dich zurück ins JETZT.

  • ​​Finde ein paar Dinge, die dich sofort in den Moment zurückholen: Das herzige Gesicht deines Kindes. Die Sonne die draußen scheint. Einfach das gute Gefühl, tief zu atmen.
  • Spür mal nach, was du fühlst? In diesem Beispiel ist es leichter Ärger. Es ist echt okay, diesen leichten Ärger zu verspüren. Es ist auch gut zu wissen, dass du nicht auf diesen Ärger reagieren musst. Es ist okay verärgert zu sein, aber es hilft dir wahrscheinlicht nicht, diesen Ärger jetzt weiter in diese Situation zu bringen.
  • Du hast die Entscheidung: reagierst du auf den Ärger, also auf diese Gedanken, die dir den Ärger verursachen oder biegst du ab? "Ach, die Sonne da draußen scheint wirklich so schön….mein Kind ist so goldig, wie es da so völlig unmotiviert vor seiner Mathe-Aufgabe herumlungert. Ich atme einfach noch ein paar Mal tief ein und aus und warte bis der Ärger vorbei ist….Schaffe ich es, ruhig zu bleiben? Ja, ich will die Situation nicht verschärfen, denn das bringt niemanden was….am besten gehe ich kurz aus der Situation, damit ich wirklich nicht auf das reagiere…."
  • JETZT bist du wirklich sehr bewusst in der Situation und du merkst, dass du ruhig bist und wenn du das geschafft hast, ist dein Vernunftsgehirn wieder zugänglich – du hast jetzt wirklich Zugang zu kreativen Möglichkeiten, die dir dabei helfen werden, diese Situation jetzt anders zu lösen, als dich einfach in die Emotionswelle voll reinzuhängen und dann beim Schimpfen und Herumschreien wiederzufinden und die ganze Situation einfach nur gegen die Wand zu fahren.
4 Schritte um die Beherrschung nicht zu velieren

3. ​​Schritt: Stoppe das Drama und übernimm' Verantwortung für dich selbst

​Vielleicht bemerkst du jetzt, dass überreagierst. Dass du diese spezielle Situation mit der ganzen emotionalen Wucht der letzten Tage oder Wochen sogar, völlig überschwemmen wolltest. Dass du deine eigenen Sorgen und Ängste (die vermutlich auch überzogen sind) hernimmst und es an deinem Kind auslässt. Das nennt man „ein Drama draus machen“. Wenn du das erkennen kannst, dann ist es leicht, jetzt einfach zu stoppen und Kurs zu korrigieren.

Was ist aber, wenn du glaubst, deine ganzen Sorgen und Ängste sind absolut berechtigt? Hallo, wir haben schließlich eine Corona-Krise, eine PANDEMIE!!!

Dann hilft dir vielleicht der folgende Gedanke: Angst ist ein ganz schlechter Ratgeber! Du kommst mit Sicherheit zu einer ganz schlechten Entscheidung, wenn du sie aus der Angst heraus triffst. Wenn du Angst oder starke Sorgen hast, dann ist dein Vernunftsgehirn ausgeschaltet, du agierst super emotional und mit Sicherheit nicht rational.

In diesem Zustand wirst du kaum ruhig und gelassen bleiben können und du wirst voll in die Welle reingezogen. Wenn du allerdings ruhig bist, vielleicht weil du die Situation vorausschauend verlassen hast, dann kannst du aus der Ruhe heraus auf die Situation schauen.

Wir sind die Erwachsenen, wir haben die Verantwortung vorzuzeigen, wie man seine eigenen Emotionen reguliert, damit Kinder sich das von uns abschauen können, daher nutze alles was dir hilft, für den Moment ruhig zu werden, damit du kein großes Drama aus dieser Situation machst.

Dann kann der nächste Schritt kommen:

4. ​​Schritt: Mache einen Neustart.

Jetzt bist du nicht mehr getriggert und du kannst jetzt ganz anders auf dein Kind zugehen. Du könntest sowas sagen wie:

„Puh, ich denke wir sind beide schon ganz schön gestresst mit der ganzen Situation. Es tut mir leid, dass ich vorhin lauter geworden bin. Irgendwas in mir hat den Schalter umgelegt und ich hab angefangen mit Schimpfen. Vielleicht brauchen wir beide mal eine Pause, was meinst du? Brauchst du mal ein bisschen Auszeit vom Lernen? Komm lass uns mal Umarmen und ein paar Bälle werfen und wir starten dann ein wenig später mit den Aufgaben.“

Vielleicht wird die Pause länger, vielleicht werden sie an dem Tag gar nicht mehr gemacht! Diese Sorge von vielen Eltern besteht und ist völlig legitim. Aber Aufgaben und Lernaufträge sind in diesem Moment echt nicht unsere höchste Priorität oder sollten es nicht sein. Was wir unseren Kindern in solchen Momenten viel Wertvolleres mitgeben ist:

  • Wie man seine eigenen Gefühle regulieren kann.
  • Wie man sich nach einem Gefühlsausbruch wieder mit den Personen, die man liebt, versöhnen und verbinden kann.
  • Wie man stressige Situation gut handhabt.
  • Wie man mit dem eigenen Ärger und der Wut gut umgeht.
  • Und natürlich, wie man Ängste und Sorgen wahrnimmt, sie respektiert, aber sie nicht das Handeln übernehmen lässt.

Was wir unseren Kindern damit „beibringen“ ist Emotionale Intelligenz. Und das wird im Leben der Kinder für später tausendmal wichtiger sein, als ein paar Lernaufträge, wegen denen wir sehr oft ein großes Drama machen.

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