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So hilfst du deinem Kind bei Trennungsangst 

Entwickelt dein Kind Bauchweh oder Kopfweh, sobald es morgens in Richtung Schule losstarten sollte? Oder es klammert sich an dich, sobald du es vor der Schule verabschieden möchtest? Kannst du dich kaum aus seiner Umklammerung herausschälen, weil es partout nicht in die Kindergartengruppe will?


In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du deinem Kind hilfst, wenn es Trennungsangst hat und wie du ihm bei Schulverweigerung helfen kannst.

Trennungsangst oder ‚Ich schaffe das nicht alleine!‘


Es ist immer etwas spannungsgeladen, wenn Kinder Trennungsangst haben bzw. Probleme haben mit Übergängen von zu Hause in die Schule oder auch von der alten Schule in eine neue Schule. Wenn Kleinkinder sich im Garderobenraum nicht von Mama lösen können und nicht um die Burg in den Gruppenraum gehen wollen.

Das Gute an diesen Situationen ist, dass wir eigentlich genau sehen, welches Gefühl sich hinter dem Verhalten verbirgt, wenn Schulkinder stark klammern, uns nicht loslassen wollen oder plötzlich Bauchweh oder Kopfschmerzen im Raum stehen, die scheinbar wie ins Nichts verschwinden, sobald wir das Kind von der Schule entschuldigt haben.

Es ist sichtbar, dass das Kind sich sorgt, Angst hat oder ängstlich ist und sich daher nicht von uns, dem sicheren Hafen, trennen möchte.

Und dieses Verständnis macht es leichter für uns Eltern, dieses sichtbare Verhalten besser zu verstehen und unserem Kind zu helfen.


Deinem Kind bei Trennungsangst helfen

Eine hilfreiche Formel für alle Situationen

Bevor wir konkret über diese Situationen sprechen und uns ansehen, was du tun kannst -  werfen wir einen Blick auf eine einfache Formel, ich nenne sie die Geduldformel, die uns immens dabei hilft, ALLE Probleme in Bezug auf Trennungsangst, generelle Ängstlichkeit, Vermeidung, Verweigerung, Gefühlsregulation… zu lösen.

Es ist eine Herangehensweise für viele typische Herausforderungen des Familienalltags und fast alles lässt sich mit dieser einfachen Formel klären.

Ein wesentliches Element der Geduldformel ist die Verbindung zum Kind, um ihm damit eine gewisse Sicherheit zu vermitteln. Dann im nächsten Schritt zu verstehen, was passiert. Und schließlich herauszufinden, wo unser Kind bestärkt werden kann, und ob ihm bestimmte Fähigkeiten fehlen, um Situationen gut zu meistern, sodass es daran wachsen kann oder seine Gefühle besser regulieren kann.

Dein Kind hat scheinbar Trennungsangst - das kannst du konkret tun:

Sobald du merkst, dass dein Kind öfters Probleme hat, in die Schule zu gehen, sich vor der Schule von dir zu verabschieden, oder es klammert, verweigert oder es ihm sogar körperlich schlecht wird, mit Kopfschmerzen, Bauchweh oder es sich sogar übergeben muss…oder es beginnt nervös auf der Couch herumzuzappeln oder laut zu werden, sobald es in Richtung Schule geht - empfehle ich dir in der nächsten Zeit auf folgendes zu achten.

Es lohnt sich immer, erstmal die Basisdinge abzuchecken:

  • Ist mein Kind tatsächlich krank? Ist was im Anflug?
  • Hat es gegessen?
  • Hat es gut oder schlecht geschlafen? Ist es übermüdet?
  • Ist viel in unserem Alltag passiert in letzter Zeit? Zu viel Negatives? Oder sogar sehr viel (zu viel) Positives?
  • Gibt es ein neues Geschwisterchen?
  • Gibt es zu viel Änderungen, die derzeit auf einmal passieren?


Das sind einige Beispielfragen, die du grundlegend abklopfen kannst. Dann sieh dir die Häufigkeit und die Tage an:

  • Passiert es jeden Tag, dass das Kind nicht losgehen will?
  • Oder eher nur nach einem anstrengenden Wochenende mit der Familie?
  • Oder nur an einem bestimmten Tag, wo es ein bestimmtes Unterrichtsfach gibt?


Danach werde spezifischer auf die Schule und achte auf folgendes:

  • Was erzählt dein Kind von der Schule, wenn es nach Hause kommt? Fallen Sätze wie ‚Blöde Schule!‘ ‚blöde Lehrerin!‘ ‚Ich hasse die Schule!‘…? Oder ähnliches.
  • Hat es Freunde in der Schule oder spricht es davon, dass jemand es ärgert?
  • Fühlt sich mein Kind grundlegend wohl in der Schule oder gibt es derzeit einen Lehrkraftwechsel oder eine Veränderung in der Lehrsituation?
  • Gibt es Schwierigkeiten, von denen du schon weißt, wie z.B. Lese-Rechtschreibschwäche, schnelle Überreizung wegen Lärm, es möchte nicht fragen, dass es aufs Klo gehen muss,  etc…

Nachdem du diese ersten Hinweise abgearbeitet hast, gehe in ein Gespräch mit deinem Kind, denn sehr oft merken Kinder gar nicht bewusst, dass sie diese Angst oder eine bestimmte Sorge in sich tragen.

Vielfach können sie diese Gefühle noch nicht verbalisieren und konkret nach außen tragen, und kommen gar nicht auf die Idee, dass diese unterschwellige Angst dafür sorgt, dass sie im Außen dieses Verhalten zeigen.

Sprich mit deinem Kind über mögliche schwierige Situationen in der Schule (oder dem Kindergarten) und über die Tatsache, dass sich dein Kind vermutlich nicht ausreichend in der Lage sieht, diese dort bewältigen oder lösen zu können.

Und dass es daher vermutlich Sorgen oder Angst hat.

Wenn dein Kind z.B. nicht gerne laut vorliest und es Angst vor diesen Situationen entwickelt, möchte es diese Situationen natürlich gerne vermeiden.

Das Kind bei Trennungsangst bestärken und befähigen 

Sobald du gemeinsam mit deinem Kind herausgefunden hast, was ihm diese Sorgen bereitet, könnt ihr gemeinsam Strategien finden, die dem Kind helfen, diese Situationen besser zu meistern.

Vielleicht ist dein Kind sehr zurückhaltend und hat Schwierigkeiten ein Referat vor der ganzen Klasse zu halten? Es macht sich Sorgen, was andere über das Referat denken werden? Es hat Angst, dass es den Faden verliert, oder zu Stottern beginnt? Es hat Angst, ausgelacht zu werden?

Hier ist ganz viel Sorge und Angst zu sehen, das dieses Kind fühlt, stimmt’s? Natürlich möchte es dann am Tag der Präsentation nicht in die Schule, wenn es sich vor diesen Situationen fürchtet.

Eine der vielen möglichen Strategien ist, das Referat vor vertrauten Leuten zu Hause zu halten. Zuerst nur vor Papa und Mama, dann auch vor den Geschwistern oder netten Freunden, sodass die Situation des Vortragens geübt und vertraut werden kann.

Vielleicht werden Referats-Situationen in diesem Fall NIE zu den freudigsten Schulmomenten für dieses Kind zählen, aber zumindest fühlt sich das Kind schon wohler in seiner Haut und kann an diesen Tagen in die Schule gehen, weil es sich kompetenter fühlt und es weniger oder gar keine Angst mehr hat.


Was tun, wenn mein Kind nicht über diese Dinge spricht?


Es kommt oft vor, dass ein Kind gar nicht über diese Situationen sprechen will, entweder weil es noch zu klein ist oder weil diese Situationen so ein schlechtes Gefühl in ihm auslösen, dass es lieber vermeiden möchte, darüber zu sprechen.

Dann ist es gut, eine Art Werkzeugkiste mit kreativen Ideen und nützlichen Sätzen zu haben, die dann je nach Alter des Kindes zum Einsatz kommen können:

Sorgensteine oder Mut-Steine: die zumindest das Gefühl der Bestärkung vermitteln. Vielleicht mag dein Kind bestimmte Duftöle darauf träufeln oder Mama verzaubert den Stein zusätzlich noch mit viel Wunderkraft 😉 Tagsüber trägt das Kind den Stein bei sich und kann sich daran festhalten oder der Gedanke an ‚Mama ist bei mir‘ hilft ihm gut durch den Tag.

Visualisierter Tagesablauf: einigen Kindern hilft es, genau zu sehen, wie der Tag abläuft, was alles passiert, bevor sie wieder zu Hause bei den Eltern sind. Ein gemeinsam gezeichneter Tagesablauf (mit Symbolen) hilft vielen, gut durch den Tag zu kommen. Speziell bei kleineren Kindern, die noch kein Gefühl für Zeit haben, ist es wichtig zu wissen, welche Stationen der Tag hat.

Ein Foto mit Mama oder Papa: ein Schnappschuss des Kindes mit Mama oder Papa in der Hosentasche oder im Federpennal (gut versteckt, damit nur das Kind es sieht) kann dem Kind auch wertvolle mentale Unterstützung sein.

Und da gibt es viele weitere kreative physische Dinge, die dein Kind bei sich tragen kann.


Phrasen und Sätze, die du zu Hause zu deinem Kind sagen kannst:

‚Hm, ich merke in letzter Zeit, dass, wenn wir in Richtung Schule losstarten und wir uns verabschieden wollen, dass du dich stark an mich klammerst…kannst du mir sagen, wie du dich fühlst, wenn du dich anklammerst? Für mich sieht es so aus, als hättest du vor etwas in der Schule Angst? Oder irgendwas macht dir dort Probleme?‘

‚Mir ist jetzt gerade aufgefallen, dass heute Montag ist und dass du dich heute nicht gut genug fühlst, um in die Schule zu gehen….letzten Montag war das auch so. Es sieht so aus, als würden wir am Wochenende zu viel Programm machen, sodass du am Montag völlig erledigt bist…was meinst du?‘

Teile deinem Kind mit, was du siehst und wie du die Situation interpretierst. Dann warte ab, was dein Kind dazu sagt oder ob es eine andere Sicht auf die Situation hat.

Auf diese Art und Weise übst du keinen großen Druck auf das Kind aus, sondern ihr kommt in ein Gespräch auf Augenhöhe, wo die Situation vielleicht sogar schon gelöst werden kann.

Eine weitere hilfreiche Phrase ist:


‚Was würde passieren, wenn…‘

…wenn du den Faden beim Referat verlierst?

…wenn keines deiner Freunde mit dir spielt?

…wenn du so stark aufs Klo musst, aber du dich nicht zu fragen traust?...

…was könntest du dann tun?


Wir erkennen, dass Kinder in den meisten Fällen einfach keine Ahnung haben, wie sie die Situationen lösen könnten, und so wollen diese Situationen gerne vermieden werden.

Mit dieser Phrase können wir diese Situationen gemeinsam Schritt für Schritt mit ihnen durchgehen und Lösungsansätze besprechen.

Im Wesentlichen ist ein ‚durch-Coachen‘ durch die Situation notwendig, damit Kinder mehr und mehr in diese Art der Lösungsfindung hineinwachsen. So können sie sich mit der Zeit selbst Strategien ausdenken und die Sorge und Angst dahinter auflösen.

Welcher Fehler wird oft gemacht, wenn Kinder Trennungsangst haben?

 

Vielleicht kennst du diese Situation - das klammernde Kind wird weggezerrt?

Vor allem im Kindergartenalter wird es oft praktiziert, dass das (sich an die Eltern anklammernde) Kind von der Betreuungsperson mehr oder weniger gewaltsam aus der Umklammerung gerissen wird.

Oftmals wird gesagt, dass Kind habe sich nach wenigen Minuten des intensiven Weines wieder beruhigt – was in vielen Fällen sicherlich auch stimmt.

Was dabei angenommen wird, ist, dass das Kind absichtlich klammert und eine ‚Szene‘ macht und es nur konsequent genug überzeugt werden muss, dass es jetzt Zeit zum Verabschieden ist. Dabei wird übersehen, dass das Verhalten des Kindes die Botschaft vermittelt ‚Ich fühle mich nicht wohl hier, oder ich bin ängstlich, ich fühle mich hier nicht sicher….‘

Dem Kind fehlen vielleicht auch bestimmte Fertigkeiten bei einigen Situationen im Kindegarten, um mit diesen gut umgehen zu können und möchte daher den ‚sicheren Hafen Mama (oder Papa)‘ jetzt absolut nicht gehen lassen.

 Wichtiger wäre in diesen Fällen, dass die Betreuungspersonen (ErzieherInnen, Lehrkräfte etc…) herausfinden, WARUM sich das Kind absolut nicht lösen möchte und was sie selbst tun können, damit das Kind ihnen vertraut oder zumindest die nötige Sicherheit verspürt, sich lösen zu können.

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