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Familien-Advents-Tipps

Adventskalender - Türchen 6

10 Eltern-erprobte Tipps zur Vermeidung von Überreizung im Advent

Die Adventszeit kann eine unglaublich sinnliche Zeit sein. Adventfeiern, herrliche Weihnachts-Dekorationen, berührende Lieder singen, Leckereien knabbern, Punsch trinken und die wunderbar duftenden Gerüche erfüllen unsere Umgebung.

Für die meisten von uns machen all diese Dinge die Weihnachtszeit so speziell.

Dennoch können die genau gleichen Dinge viele Kinder (und Erwachsene) völlig überreizen, Wutanfälle  und wahre Dramen auslösen.

Nämlich dann, wenn es ein ‚zu viel‘ von diesen Reizen gibt.

Die Advents- und Weihnachtszeit kann daher ganz schön überwältigend sein.

Angefangen bei heißem Kakao und Punsch, hektischen Einkaufszentren,  überfüllten Weihnachtsmärkten, hin zu viel Zucker in Keksen, Spekulatius & Co, blinkenden, glitzernden Weihnachtsbeleuchtungen, aufregende Wichtelspiele und einiges mehr.

Ganz schön viel, was da alles an unterschiedlichen Informationen und Reizen auf uns und die Kinder ein prasseln. Wir Erwachsenen können diese Reize besser einsortieren und verarbeiten. Kinder tun sich bei einer gewissen Intensität und Menge einfach viel schwerer – wer kann es ihnen verdenken.

Und so ist mancher Wutanfall oder Gefühlsausbruch einfach nur eine logische Reaktion.


Wenn du die folgenden Anzeichen entdeckst, überlege dir, in den Reizregulations-Modus zu gehen:

  • Das Verhalten des Kindes ist extremer und irrationaler: dazu kann gehören, auf Möbeln herumzuklettern oder davon runter zu springen, im Haus herumzurennen, unruhig und rastlos sein, wilder mit Sachen zu spielen, um nur einige zu nennen.
  • Das Kind ist extrem geräuschempfindlich: selbst in einer Umgebung, die dir relativ ruhig oder leise vorkommt, hält es sich möglicherweise die Ohren zu, schreit oder macht besonders laute Geräusche, um die Reize zu übertönen, die sein Gehirn überlasten.
  • Das Kind verhält sich aggressiver: Die Vernunft scheint wie weggewischt und es reagiert sehr rasch mit Schlagen, Schubsen, Treten, Streiten und sogar Beißen anderer.
  • Wutanfälle treten häufiger auf: plötzlich und scheinbar ohne Vorwarnung kann sich das Kind auf den Boden werfen, untröstlich weinen, Dinge werfen oder dich anschreien.
  • Das Kind zieht sich in sich zurück: es weigert sich, am Familienleben teilzunehmen, zu einer Familienfeier zu gehen, oder verzieht sich lieber in eine Ecke, um dort zu kuscheln oder um ein Buch zu lesen, statt z.B. am Weihnachtsfest teilzunehmen.

Damit du gedanklich schon mal vorbeugen kannst, haben wir dir hier eine Liste mit Eltern-erprobten Tipps zur Reizregulation und Reduzierung von Überreizung zusammengestellt.

10 Eltern-erprobte Tipps zur Vermeidung von Überreizung:

  1. Wenn wir zu einem Advents- oder Weihnachtsessen eingeladen sind, nehme ich immer EINE Speise mit, wo ich weiß, dass sie mein Kind auf jeden Fall isst.
  2. Kein neues Weihnachtsgewand auch wenn es in meiner Herkunftsfamilie üblich ist, sich für das Weihnachtsfest festlich anzuziehen. Unsere Tochter kommt in genau der Kleidung, die sie mag und in der sie sich wohlfühlt – dafür kommt ein bisschen Glitzer ins Haar.
  3. Wir kommen meist sehr früh zum großen Familien-Weihnachtsfest, wo noch nicht so viele da sind – und erlauben es uns zu gehen, wenn wir merken, dass es genug ist. Wir pfeifen mittlerweile auf komische Bemerkungen der Verwandten und bleiben bei Überredungsversuchen der Großeltern trotzdem bei unserer Entscheidung, zu gehen.
  4. Die Perfektionshaltung loslassen! Weihnachten kann so relaxed sein, wenn ich den ganzen Brimborium, den ich mir einbilde, weglasse – und meine Kinder und ich können UNS genießen.
  5. Bei Besuchen auswärts fragen wir immer, ob es irgendwo einen ruhigen Raum gibt, wo unser Kind sich mit seinem Buch zurückziehen kann, wenn es ihm zu viel Trubel ist.
  6. Beim Adventsingen oder anderen ‚lauten‘ Festen in der Schule, nimmt mein Kind eine Art Silencer ins Ohr…Wattebäuschen würden auch gehen, die kratzen sie aber leider.
  7. Wir gehen, wenn überhaupt, ganz früh auf den Weihnachtsmarkt, wo noch fast keine Leute dort sind – sobald die Menschenmengen da sind, sind wir schon wieder am Heimweg.
  8. Der ganze Advent ist gefühlt eine einzige Zuckerorgie und ich merke, wie ich innerlich immer alarmierter werde und bei jedem weiteren Keks, den sich meine Kinder reinstopfen wollen, fast die Krise bekomme. Es gibt daher im ganzen Dezember ‚als Ausgleich‘ viel gesundes Essen wie dicke Suppen oder Saucen, wo das Gemüse nicht unbedingt sichtbar ist 😉
  9. Atmen!
  10. Auf die Körpersignale achten – das haben wir uns schon sehr früh angewöhnt. Rutscht unser Kind unruhig herum, fängt es an zu gähnen, wirkt es immer fahriger…wir achten auf diese Signale und dann reagieren wir sehr rasch. Manchmal bedeutet das einfach nur gemeinsam in den Nebenraum zu gehen, ein wenig zu ruhen. Oder wir gehen nach Hause - ohne Reue und ohne unserem Kind die Schuld zu geben.

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