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Familien-Advents-Tipps

Adventskalender - Türchen 5

Die Moral in der besinnlichen Adventszeit

Ich bin am Land aufgewachsen, wo Brauchtum im Advent hochgehalten wurde. Meine Geschwister und ich hatten daher am 5. Dezember traditionell Besuch vom heiligen Nikolaus und seinem Begleiter, dem Krampus.

Dieser wird andernorts auch Knecht Ruprecht, Kramperl, Bartl, Zwarte Piet, Tuifl, Schmutzli etc… genannt. Vielleicht bist du mit diesem Brauch vertraut.

Während der Nikolaus vorgelesen hat, wann und wie oft wir Kinder brav oder schlimm waren, hat der Krampus vor der Türe recht böse mit den Ketten gerasselt, mit der Rute am Boden geklopft und gedroht, die schlimmen Kinder in seiner Buckelkraxe mitzunehmen. Wohl um uns zu animieren, unseren Eltern während des Jahres noch mehr zu ‚folgen‘ und brav zu sein und weniger ‚Dummheiten zu machen‘.

Wie auch immer du zu diesem Brauchtum stehst – Brauchtum sollte nicht zum Erziehungsmittel werden. 

Auch Strafen sollten in unserem Erziehungsrepertoire keinen Platz mehr haben.

Eine lange Liste aus unerwünschtem Verhalten eines ganzen Jahres abzulesen und mit dem Krampus zu drohen, macht aus psychologischer und pädagogischer Sicht keinen Sinn.

Jede Art von Bestrafung wirkt sich negativ auf die Beziehung zwischen dem Kind und der Bezugsperson aus, wobei gleichzeitig das Vertrauensverhältnis getrübt wird.

Wie lässt sich diese Tradition aufrecht erhalten und gleichzeitig in etwas Gutes wandeln?


Hier ein paar Tipps, wenn du den heiligen Nikolaus zu dir nach Hause holst:

  • Lasst den Krampus möglichst weg: Drohungen haben nichts mit einer liebevollen und respektvollen Eltern-Kind-Beziehung zu tun. Die Figur macht vielen Kindern Angst.
  • Gebt dem Nikolaus eine Liste mit Dingen, die das Kind gut gemacht hat und beschreibt, warum ihr als Eltern so glücklich seid, dass dieses Kind euer Kind ist. Das liest der Nikolaus bestimmt sehr gerne vor, schließlich symbolisiert er das feierliche Gute.
  • Nehmt die Dankbarkeits-Rolle vom Tag 2 und zelebriert mit dem Nikolaus gemeinsam die vielen wunderbaren Dinge, für die ihr dankbar seid.
  • Lasst die Moral weg: alle Menschen, ob jung oder alt, verhalten sich dann und wann 'falsch'. Das ist das Leben - ständiges Lernen, ständiges Dazulernen, ständiges Erfahrung sammeln.

Oder stattdessen:

  • Lasst die Tradition ganz weg und werdet euch an diesem Tag einfach bewusster, wie sehr ihr als Eltern in eurem Erziehungsverhalten noch von moralischen Glaubenssätzen aus der sogenannten Schwarzen Pädagogik geprägt seid. Haben Strafen in eurem Alltag noch Platz? Wie verdeckt kommen Strafen in eurem Alltag vor?

Dieser Tag gibt uns auch die Chance darüber nachzudenken, ob wir das Verhalten unseres Kindes schon als Botschaft sehen können oder ob wir weiterhin der irrigen Annahme aufliegen, dass wir das Verhalten, besonders das ‚schlechte‘, bestrafen müssen.

Gehen wir beim liebevollen und respektvollen Umgang mit Vorbild voran. 💫

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