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Familien-Advents-Tipps

Adventskalender - Türchen 13

Mein Körper – meine Regeln

Bei weihnachtlichen Familienfeiern treffen wir Menschen, die wir vielleicht nur ‚alle heiligen Zeiten‘ mal sehen. Vielleicht trifft dein Kind auf die Großeltern oder sonstige nahe Verwandte, die es kaum oder noch gar nicht kennt.

Bei solchen Anlässen gibt es oft hohe Erwartungen an die Jüngsten der Familie:


„Geh und gib Oma Hilde einen Schmatz!“

„Dort ist Tante Mona, umarm sie doch mal, ihr habt euch so lange nicht gesehen!“

„Oh der Opa hat dich total vermisst – umarm ihn doch mal, er dich so vermisst!“


Klar ist gegen eine harmlose Begrüßungsumarmung nichts einzuwenden. Wenn es deinem Kind aber unangenehm ist, stehe hinter deinem Kind und bestärke es in seinem Aufzeigen von Grenzen.

Auch wenn die Oma oder die Großtante deshalb gekränkt reagieren oder meinen, dein Kind sei ‚schlecht erzogen‘: dein Kind darf (und muss) seine eigenen Grenzen aufzeigen und sagen dürfen: „Nein, das möchte ich nicht!“

Es gibt viele logische Gründe, warum Kinder keinen Körperkontakt wollen:

- Er/sie ist mir noch zu fremd.

- Die Umarmung ist mir unangenehm.

- Ich mag niemand anderem so nahe kommen (oder nur bestimmten Menschen).

- Opa riecht immer so nach Zigarette, da wird mir ganz übel.

- Die Oma drückt mich immer viel zu stark.

- Auch wenn ich sage, bitte nur umarmen, macht er/sie trotzdem weiter und gibt mir noch 2 feuchte Küsschen auf die Wange…

Besonders Kleinkinder können oft noch gar nicht rational ausdrücken, warum sie den Körperkontakt nicht möchten.


Dein Kind braucht Unterstützung?

Vermutlich weißt du bereits, ob dein Kind Hilfe in diesen Momenten benötigt, daher ist es klug, vorab die Möglichkeiten zu besprechen, die für dein Kind okay sind.

  • Keinen Schmatz, dafür geht aber eine Umarmung?
  • Weder Küsschen, noch Umarmung, dafür geht aber ein fester Handschlag?
  • Gar nichts davon, aber ein herzliches Hallo mit einem Lächeln ist möglich?

Beim Zusammentreffen lehnst du dich zu deinem Kind hinunter und sagst gerade laut genug, dass es alle hören können: „Magst du die Oma umarmen oder ihr einen Schmatz zur Begrüßung geben?“

Du bist der sichere Hafen für dein Kind und damit auch sein Fürsprecher – hilf ihm, wenn es deine Hilfe braucht.

Denke dran, falsche Höflichkeit ist fehl am Platz, wenn es um das Übergehen körperlicher Grenzen geht.

Wir dürfen Kinder nicht dazu zwingen, körperliche Zuneigung zu zeigen, wenn sie das nicht wollen. Unsere Kinder müssen mit der Überzeugung aufwachsen, selbstbewusst und klar STOPP zu sagen.

Und ja, für ganz viele Kinder sind diese Situationen überhaupt kein Thema. Das Geschwisterkind walzt in die Runde und verteilt Küsschen ohne Probleme?

💫 Wir alle sind unterschiedlich gestrickt und Vergleiche zwischen den Kindern nicht fair. Stärken wir mit Freude das Kind, das unsere Unterstützung braucht und freuen uns gleichzeitig über das andere Kind, das gerade keine Hilfe benötigt.

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Lass sie mich gerne als Antwort auf die E-Mail oder hier im Beitrag unter dem 13. Türchen wissen.

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