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Familien-Advents-Tipps

Adventskalender - Türchen 12

Nein, Nein und nochmal Nein?

Heute möchte ich dich auf etwas hinweisen, das du vielleicht nicht bewusst am Schirm hast und das euren Alltag jetzt im Advent und natürlich darüber hinaus negativ beeinflussen kann.

Deine Neins und Verbote pro Tag – ist dir bewusst, wie oft du Nein sagst?

Du kennst das vermutlich von deinem eigenen Kind:

Ein Nein löst immer auch Frust (und vielfach einen Wutausbruch) aus, insbesondere, wenn wir meist unkommentierte Neins verwenden.

  • „Kannst du mir beim Lernen helfen?“ „Nein!“
  • „Kann ich jetzt schon die Nachspeise essen?“ „Nein!“
  • „Ich will mit dem Lego spielen!“ „Nein, jetzt nicht!“
  • „Ich will noch mit meinen Freundinnen weiter telefonieren!“ „Nein, hör jetzt auf!“

Und wenn wir Wünsche unseres Kindes nicht erfüllen. Klar haben Kinder einen unerschöpflichen Fundus an Wünschen und nicht ALLE lassen sich erfüllen (und das sollten wir auch nicht).

Dennoch manövrieren wir uns mit zu vielen ‚Neins‘ und Verboten am Tag in eine unschöne Kommunikationsschiene hinein.


Ein Tag im Selbstversuch!

"Bin ich zu streng?" - diese Frage stellen sich viele Eltern mal.

Der Autor Marc Baumann hat vor einigen Jahren einen Tag lang auf Tonband aufgenommen, wie oft er »Nein!« zu seinem Kind sagt. Mit erschreckendem Ergebnis.

Mehr als dreißig-mal habe er "Nein!" gesagt und fast fünfzig Verbote ausgesprochen. Und das an einem normalen Tag, an dem weder er schlechte Laune hatte, noch sein Kind besonders wild gewesen war. (Seinen gesamten Artikel aus dem Jahr 2015 kannst du hier lesen.)

Und seine Neins kommen einem ziemlich bekannt vor – hier ein kleiner Auszug:

Nein, es ist noch keine Aufstehzeit!

Stopp, Nutella gibt’s nur am Wochenende!

Nein, morgens essen wir kein Eis!

Zieh dich jetzt an, spielen können wir jetzt nicht!

Hör auf, Quatsch zu machen!

Nein, die Schuhbänder lässt du nicht offen!

Nein, nur eine Puppe kommt mit!

Halt, nicht auf der Straße radeln!

Nein, heute gibt‘s keine Gummibärchen!

Du hast genug Malbücher!

Nein, klettere nicht so hoch in den Baum!

Stopp, schaukel nicht so wild!

Nein, wir müssen jetzt nach Hause!

Nein, lass das – die Hände nicht am Pullover abwaschen!

Stopp, sitzen bleiben, wir anderen essen noch!

Bitte nicht mit dem Löffel auf den Tisch hauen!

Nein, jetzt ist Schluss mit Fernsehen!

Nein, es ist längst Schlafenszeit!

Nein, eine Geschichte reicht zum Vorlesen!

Nein, Mama kommt nicht noch mal – schlaf jetzt!

Es ist erst halb fünf, wir stehen noch nicht auf!


Wie sieht das bei dir aus?

Magst du den heutigen Tag einmal bewusst darauf achten, wie oft und in welchem Tonfall du ein Nein oder ein Verbot aussprichst?

Kommst du an die 30 Mal heran?

Übertriffst du sie?

Lade dir hier eine Liste zum Eintragen herunter – dein Kind hilft sicherlich sehr eifrig mit, alle deine Neins zu finden 😉

Wie oft sagst du Nein pro Tag?

Lade dir die Liste mit einem Klick in deinen Browser


Nein sagen, ohne wirklich ‚Nein‘ zu sagen

Um zumindest einen Teil der vielen Neins konstruktiver durch andere Sätze zu ersetzen, kannst du die folgenden Punkte anwenden:

  • Versuche Sätze zu formulieren, die das Nein als Botschaft enthalten
  • Beziehe Stellung
  • Nenne einen Alternativvorschlag
  • Zeige Verständnis

Hier ein Beispiel:

„Ich soll dir jetzt sofort beim Lernen helfen? Jetzt passt es gerade nicht – ich mache diese Tätigkeit noch in Ruhe zu Ende, das dauert ca. 5 Minuten und danach hast du meine volle Aufmerksamkeit! Lies dir bis dahin alles nochmals durch, damit wir in 5 Minuten mit Volldampf durchstarten können...“

💫 Tipp: ganz viele Neins lassen sich mit dieser Art der Kommunikation vermeiden und damit auch den Frust, den unkommentierte Neins bei deinem Kind auslösen.

Na, hast du mitgezählt und möchtest uns deine Anzahl an Neins gerne mitteilen? Schreibe einfach deine Zahl an Neins in diesen Beitrag unter das 12. Türchen. Ich bin gespannt 🤗.

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