Hohe Sensibilität - der neue Hype?

Hochsensibilität (oder Hochsensitivität) ist nichts Neues. Es ist keine Modeerscheinung, kein Hype und kein plötzlich auftauchendes Syndrom. Es ist weder eine Störung, noch eine Krankheit! Es ist ein ganz normaler Wesenszug, der ca. 20 % der Weltbevölkerung betrifft - Männer und Frauen gleichermaßen.

Nach letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen vererbbar, das bedeutet, wenn du hochsensibel bist, ist es wahrscheinlich zumindest ein Elternteil von dir auch - wenn du Kinder hast, stehen die Chancen gut, dass es (oder eines) auch hochsensibel ist.

Elaine N. Aron gilt als Pionierin auf dem Gebiet der Hochsensibilitäts-Forschung. Sie ist die Begründerin des psychologischen Konstrukts Hochsensibilität (HS) und trug mit ihren Standardwerken „Sind Sie hochsensibel?“ und „Das hochsensible Kind“, welche sie in 1997 und danach veröffentlichte, maßgeblich zur Bekanntheit von HS bei. Es könnte der Eindruck entstehen, dass es Hochsensibilität also erst seit 20 Jahren gibt - aber dieser Eindruck wäre grund falsch!

Der Beginn der Hochsensibilitäts-Forschung

Hochsensibilität die Geschichte

Bereits Mitte der 1880er Jahre begannen die Untersuchungen zum 'Sensitiven, begabten Menschen'. Bekannte Namen wie Rudolf Steiner, Carl Gustav Jung, Eduard Schweingruber und Wolfgang Klages befassten sich zwischen 1916 und den 1970er Jahren mit der 'erhöhten Sensibilität'. Und auch Iwan Pawlow forschte nach einer Möglichkeit, die Empfindlichkeit von Menschen, d. h. ihre Sensitivität für Sinnesreize zu messen.

Menschen mit hoher Sensibilität gab es also immer schon!

Warum spricht man erst in den letzten Jahren vermehrt darüber? Die technischen und gesellschaftlichen Veränderungen der letzten 60 Jahre scheinen tief gehende Auswirkungen auf den Menschen zu haben. Wir werden mit Reizen überflutet, die es bis vor einigen Jahrzenten in diesem Ausmaß noch nicht gab! Das zeigt sich bei einer Gruppe von Menschen, deren Wahrnehmung intensiver ausgeprägt ist, als Erstes und so hält das Thema Hochsensibilität nun endlich auch Einzug in die Gesellschaft, sowie in Mode- und Lifestyle-Magazine.

Aber was genau ist Hochsensibilität?

Hochsensible Personen (HSP) werden mit einem Wesenszug geboren, der sie alle möglichen subtilen Sinnesreize von außen, wie auch innen wahrnehmen lässt.

Mit Sinnesreizen von außen ist alles gemeint, was an Information über die Sinnesorgane ins Gehirn einströmt. HSP haben nicht zwangsläufig bessere Augen und Ohren, einen besseren Geruchssinn oder bessere Geschmacksknospen, allerdings zeigt sich, dass zumindest ein Sinnesorgan bei ihnen außerordentlich gut ausgeprägt ist.

Hochsensibilität eine Definition

Mit Sinnesreizen von innen sind die Prozesse der Reizverarbeitung und damit verbundenen Gedanken, Gefühlen und Emotionen gemeint.​

Das Gehirn einer HSP verarbeitet Informationen viel gründlicher und verschachtelter. HSP besitzen zudem schnellere Reflexe, sind schmerzempfindlicher und reagieren stärker auf Medikamente und Genussmittel.

HSP reflektieren gern, sind sehr intuitiv, handeln sehr bewusst und gewissenhaft und ziehen dabei zurückliegende Erfahrungen und mögliche Auswirkungen in der Zukunft in Erwägung.

Kleine, aber feine Unterschiede!

Hochsensibilität - Unterschiede

​Der Großteil der hochsensiblen Menschen ist eher introvertiert. Es gibt aber einen Anteil von 30%, der ausgesprochen extravertiert ist.

Diese Menschen sind sich oft unsicher, ob sie überhaupt hochsensibel sind, da sie sich sehr gerne mit vielen Menschen umgeben, Risiken problemlos auf sich nehmen, um neue Dinge kennenzulernen und somit eher das genaue Gegenteil einer HSP sind.

Man nennt sie High-Sensation Seeker oder werden aufgrund ihrer vielfältigsten Interessen auch als hochsensibler Scannertyp bezeichnet.

HSP reflektieren gern, sind sehr intuitiv, handeln sehr bewusst und gewissenhaft und ziehen dabei zurückliegende Erfahrungen und mögliche Auswirkungen in der Zukunft in Erwägung.

Ich kann nicht oft genug betonen, dass es äußerst wichtig ist, zu wissen, welcher HS-Typ man ist! Es macht einen haushohen Unterschied, ob man als hochsensibler, extravertierter High-Sensation Seeker eine Familie gründet, oder ob man als hochsensibler, eher introvertierter Mensch Mama oder Papa wird!

Genauso wichtig ist es, zu sehen, ob der Partner hochsensibel ist und wenn ja, in welcher Form. Abhängig vom Typ, ergeben sich dann die Maßnahmen, die im Alltag dieser Familie gesetzt werden müssen, um nicht von einer Krise in die andere zu schlittern.